Montag, 12. November 2012

Die Heilung der Prinzessin von Friederike Hapel


Es war einmal vor langer, langer Zeit in einem fernen, fernen Land. Da lebte an einem verwunschenen See eine alte fette Kröte.

Sie hatte in ihrem Leben schon sehr viel erlebt und konnte daher manchen guten Rat geben. Oft saß sie stundenlang in sich versunken am See unter einem Baumstumpf und die Tiere des Waldes erkannten an der Farbe ihrer Haut, dass sie weit fortgegangen war.

Dann reiste ihre Seele zu den Sternen, traf sich mit den Weisen und erhielt Schwingungen, die hier auf der Erde helfen konnten, Liebe und Frieden zu verbreiten.

Wenn sie zurückgekehrt war, reckte und streckte sie sich, suchte sich etwas Nahrung und schlief dann ein wenig.

Eines Tages eilte die Kunde durch den Wald, dass die kleine Königstochter schwer erkrankt sei und dass der, der sie heilen könne, reich belohnt würde.

Viele Heiler von überall her kamen, doch es war vergeblich, die kleine Prinzessin wurde immer schwächer.

Da ritt der König in seiner Verzweiflung zum verwunschenen See und bat die alte Kröte um Hilfe.

Sie hies ihn, sie mit aufs Schloss zu nehmen. Im Schlafzimmer der kleinen Prinzessin lies sie sich auf den Bettrand setzen und wies alle an, den Raum zu verlassen.

Dann begann sie leise zu summen und diese Schwingungen umhüllten die kleine Prinzessin, hoben sie auf und trugen sie zum Fenster . Das öffnete sich leicht und ein warmer Wind strich sanft um die Prinzessin herum.

Bilder zeigten sich darin. Bilder von der kleinen Prinzessin, wie sie lachte, tanzte, spielt, einfach rundherum glücklich war.

Die kleine Prinzessin seufzte in ihrem tiefen Schlaf traurig auf und eine Träne rann über ihre Wangen.

Währenddessen hatte sich die Kröte über das Bett bewegt und dadurch ein Ornament vollendet. Dadurch zeigten sich nun Schatten, die darin gebunden waren.

Die Kröte summte einmal etwas lauter und sofort zeigte sich über dem Bett ein Licht, das die Schatten liebevoll aufnahm und in Licht wandelte.

Die kleine schlafende Prinzessin wurde nun von der Schwingung zurück in ihr Bett getragen, das Fenster schloss sich lautlos und die Kröte verstummte.
.
Nach einer Weile räckelte sich die Prinzessin und die Kröte rief die königlichen Eltern ins Zimmer. Wie groß war deren Freude, als sie ihr Kind nun wieder gesund ans Herz nehmen konnten.

Doch die Kröte bat sie,  mit ihr den Raum zu verlassen.

Draußen sprach sie sehr eindringlich: "Nun habt Ihr noch einmal Glück gehabt die Prinzessin lebt und ist gesund.

Doch denkt immer daran, zuerst ist die Prinzessin ein kleines Mädchen und dann erst eine Prinzessin.

Wenn ihr die Zeit zum Spielen und Träumen fehlt, wird sie wieder erkranken. Sie braucht Spielkameraden und Tiere in der Natur. Sir braucht es, sich schmutzig machen zu dürfen und frei spielen zu können.

Wenn dafür genug Raum ist, dann kann sie auch in ihre Pflichten hineinwachsen und einmal eine gute umsichtige Königin werden.

Das königliche Paar dankte der Kröte von ganzem Herzen und fragte, was es geben könne, als Dank für ihre Hilfe.

Da sagte die Kröte; "Sorgt dafür, dass die Kinder in diesem Königreich wieder Kinder sein dürfen. Dass sie genügend Zeit und Raum bekommen, ihrer Fantasie zu entwickeln, zu träumen, die Welt zu entdecken, frei zu spielen, Kinder sein zu dürfen."

Das königliche Paar veranlasste, um was die Kröte gebeten hatte und sowohl die Prinzessin, als auch alle anderen Kinder im Land, erlebten eine wunderbare, abenteuerreiche, unbeschwerte Kindheit und Jugend.

Und wurden gerade deshalb später zu verantwortungsbewussten Erwachsenen, die die Geschicke des Landes umsichtig und fantasievoll mitgestalteten.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.



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